(c) Corinne Vionnet
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Photo Opportunities, 2006–2010

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In ihrer Serie "Photo Opportunities" nimmt uns Corinne Vionnet überall in die Welt mit, zur visuellen Wieder-Entdeckung verschiedener Bauwerke oder touristischer Orte. Sie sammelt aus dem Internet hunderte von Souvenir-Fotos anonymer Fotografen und legt sie in Schichten übereinander. Damit zeigt sie eine ganz neue Ansicht dieser verschiedenen
Landmarks oder Bezugspunkte, die das Landschaftsbild beherrschen. Vom ersten Augenblick an erkennt man das wieder und wieder fotografierte Bild durch eine unglaubliche Anzahl von Abzügen, die offenbaren, dass sich diese Bauwerke in unser kollektives Gedächtnis drängen und zu Wahrzeichen jener Stadt oder jenes Landes werden. Reflexionen unserer Wünsche von anderswo und vom Reisen. Diese Fotomontagen verwirren unsere Blicke. Sie bringen unsere festen Vorstellungen, die wir durch gelebte oder erdachte Erinnerungen aufstellen, durcheinander, weil sie sich von der treuen Darstellung der Postkarte lösen.
Dieses Sammelwerk von Abzügen befremdet, da Striche in Erscheinung treten, die zwischen Zeichnung oder Malerei zögern, und erlaubt somit eine unerwartete Umkehrung der Ordnungen. Die Präzision der Striche, die durch den Effekt der Manipulation vermindert wird, lässt paradoxerweise dieser unbeweglichen Materie einen Eindruck von Bewegung geben. Doch diese skizzenhaften Effekte machen auch die unzähligen Variationen der Erinnerungsfotos erkennbar, aus denen die Bilder zusammengesetzt sind und offenbaren Schicht für Schicht die Bedeutung jedes Blickes. Sie drücken die Spannung zwischen dem Besonderen gegenüber der einzigartigen Darstellung dieser touristischen Orte aus, die die Künstlerin möglich macht. Im Herzen einer einschlägigen Reflexion über das Medium Fotografie ermuntert uns Corinne Vionnet, die Art zu bedenken, wie wir den besuchten Orten anlässlich unserer Erfahrung ein Tourist zu sein, Sinn geben. (Julie Dorner)
Corinne Vionnet (1969, Monthey) lebt und arbeitet in Vevey. Als autodidaktische Fotografin stellt sie regelmässig in Europa, den USA, im nahen Osten und in Asien aus. Ihre Arbeit hat Preise erhalten, vor allem in Spanien anlässlich des Wettbewerbes Culturas: Languages; Zero and Ones, im Jahr 2008.
http://www.corinnevionnet.com

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